Alle interessierten Menschen sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Bisher wurden bereits mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger geschult. Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos, bei „Gefallen“ wird um eine Spende für das Hospiz Veronika gebeten.
Der nächste Termin ist am Mittwoch, 1 April 2026 von 17:30 bis 21:30 Uhr. Bitte melden Sie sich an unter team@hospiz-veronika.de oder 07121 820 13 60.
Presseartikel Reutlinger Generalanzeiger vom 15. September 2025
Das Sterben unserer Angehörigen, Freunde und Nachbarn macht uns oft hilflos. Wissen um Sterbebegleitung ist mit der Industrialisierung schleichend verloren gegangen. Um dieses Wissen geht es in Kursen zur „Letzten Hilfe“. In diesen Kursen lernen interessierte Bürgerinnen und Bürger, was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können. Vor drei Jahren hatte der Förderkreis Hospiz Veronika e.V. im Rahmen seines 20-jährigen Jubiläums einen Letzte Hilfe Kurs angeboten. „Innerhalb einer Woche gab es damals über 100 Anmeldungen“, berichteten die beiden Referentinnen Reinhilde Kohnle-Vöhringer, Krankenschwester im Hospiz Veronika und Dr. Barbara Dürr, Ärztin und erfahrene Kursleiterin. Beide hatten mit dieser Nachfrage nicht gerechnet, zumal es sich ja in unserer heutigen Zeit eher um ein Tabuthema handeln würde. Geplant war damals den Kurs einmalig durchzuführen. Inzwischen sind daraus 10 Kurse mit mehr als 200 Teilnehmenden geworden. Manche Teilnehmende seien sogar mehrmals gekommen, weil das Thema „so spannend“ war, sagt Barbara Dürr. Die Rückmeldungen würden widerspiegeln, weshalb der Zulauf zu diesen Letzte Hilfe Kursen so groß ist. Besonders gut gefallen hatte, dass das Sterben als etwas völlig Normales dargestellt wird und Hilfestellungen von Angehörigen gegeben werden sowie dass ein offener und ehrlicher Umgang mit dem Thema Tod möglich war. Die Schöne Gesprächsatmosphäre wurde geschätzt sowie dass persönliche Anekdoten und Erfahrungen der Referentinnen die theoretischen Darlegungen gut ergänzen. Viele Teilnehmende hätten sich in den Feedbackbögen dafür bedankt, dass sie endlich einmal über ihre Gedanken, Ängste und Überlegungen zu den Themen Sterben und Tod frei sprechen konnten und dass sie persönlich bereichert nach Hause gegangen wären. Dr. Barbara Dürr und Reinhilde Kohnle-Vöhringer glauben, dass vielen Menschen im persönlichen Umfeld die Gesprächspartner für dieses schwere Thema fehlen. „Ganz ehrlich – wer spricht schon gerne über Tod und Sterben?“, so Barbara Dürr. Sie berichtet, dass wesentlich mehr Frauen als Männer an diesen Kursen teilnehmen und dass sie diese Tatsache beschäftigen würde. Im Kurs können auch Fragen gestellt werden, die bewegen, sei es die demografische Entwicklung, unsere lebensverlängernde Medizin, der Fachkräftemangel, Einsamkeit und Isolation, Altersarmut oder mangelnde nachbarschaftliche Einbindung. „Jedes Kursangebot ist wieder ein bisschen anders, neu bereichernd, spannend und lebt auch von den Fragen und Erfahrungen, die die Teilnehmenden mitbringen“, berichten die beiden Referentinnen.