„Die ersten Sterne sind schon wieder fertig“, erzählt Frau Prokorny. Sie hat bereits wieder begonnen die Sterne für den nächsten Weihnachtsmarkt herzustellen. Über zwei Stunden braucht sie, um einen Weihnachtsstern aus Papier herzustellen.150 sollen es werden, die zugunsten des Hospizes verkauft werden. Auch Frau Werz und Frau Merz sind schon wieder daran ihre berühmten Herzkissen zu nähen. Die Herzkissen-Damen erzählen voller Begeisterung wie sie diese beliebten Kissen seit 2012 in Teamarbeit herstellen. In dieser Zeit haben sie über 19000 Euro erwirtschaftet, in diesem Jahr soll die 20000 Euro-Marke erreicht werden. Auch Frau Kohfink strickt auch weiterhin fleißig Socken für das Hospiz, im letzten Jahr waren es 15 Paar. Seit über 20 Jahren gibt es beim Eninger Weihnachtsmarkt den traditionellen Stollen am Stand des Hospizes. Herr und Frau Hank spenden die Zutaten, hergestellt wird der Stollen von Frau Schäfer in ihrer Backstube der Bäckerei Sautter. Herr Hank betont den lokalen Bezug dieser Spende, welche komplett im Hospiz ankommt. Herr Fetzer hat mit seinen Eninger Schulkameraden des Jahrgangs 1940 einen stattlichen Betrag das Hospiz Veronika bedacht. Herr Woßmann hat bereits wieder angekündigt für den Weihnachtsmarkt 2026 das Essen zuzubereiten, es sollen seine berühmten Maultaschen werden.
„Nicht alle anfallenden Kosten im Hospiz werden von den Krankenkassen übernommen“, so der Leiter des Hospizes, Andreas Herpich. Vor diesem Hintergrund gab er einen kurzen Einblick, wofür die Spenden eingesetzt werden. So ermöglichen diese zusätzlichen Mittel unter anderem Angebote wie die Musik- und Kunsttherapie, die einen Beitrag zum Wohlbefinden der Gäste leisten. Auch Dinge wie Aroma-Öle oder eine bedarfsorientierte Trauerbegleitung sind Beispiele dafür, wie die Qualität der Unterstützung individuell verbessert werden kann. Diese ergänzenden Maßnahmen tragen dazu bei, den Aufenthalt so angenehm und würdevoll wie möglich zu gestalten und gezielt auf die Bedürfnisse der Gäste und ihrer Angehörigen einzugehen. Neben der kontinuierlichen finanziellen Unterstützung der Arbeit mit Sterbenden ist deutlich zu spüren, dass das Hospiz in der Region auch ideell stark mitgetragen wird. Diese breite gesellschaftliche Unterstützung ermutigt dazu, den Blick in die Zukunft zu richten und neue Wege zu denken, um Menschen noch früher begleiten zu können. Ein häufig geäußerter Wunsch ist, dass die meisten Menschen in ihrer vertrauten Umgebung sterben möchten. Um diesem Wunsch näher zu kommen, braucht es frühzeitige, punktuelle Kontaktmöglichkeiten, die es Menschen ermöglichen, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen. Zukunftsorientiert wäre daher ein ergänzendes Angebot in dieser Lebensphase, das Beratung, Austausch und persönliche Begegnung vereint. Ein solcher Raum könnte dazu beitragen, Ängste abzubauen, Orientierung zu geben und dem Thema Sterben etwas von seiner Schwere zu nehmen.
Text und Foto: Angelika Hespeler, Schriftführerin Förderkreis Hospiz Veronika